Ausführliche Informationen

Faber-Castell Museum „Alte Mine“ - seit Dezember 2006 für die Öffentlichkeit zugänglich

Die historische Minenproduktionsanlage in Stein ist seit Dezember 2006 einmal im Monat für Besucher geöffnet

Faber-Castell hat in den letzten beiden Jahren mit viel Aufwand die historischen Räume der Minenfertigung in Stein bei Nürnberg in ein Zeugnis erlebbarer Industriegeschichte verwandelt. Auf zwei Stockwerken werden den Besuchern derzeit an jedem dritten Sonntag im Monat zwischen 11:00 und 17:00 Uhr die Besonderheiten der Bleiminenfertigung des 19. und 20. Jahrhundert vor Augen geführt.

Ein Großteil der Räume ist bereits im Sommer 2005 fertig gestellt worden und war seitdem nur geführten Gruppen und Faber-Castell Gästen zugänglich. Am 14. November 2006 wurde auch die Empfangshalle mit separatem Eingang eingeweiht und das Museum konnte somit regulär für die Öffentlichkeit seine Pforten öffnen. Neben der Empfangshalle wurde im letzten Jahr auch das so genannte „Heizhaus“ restauriert und als zusätzliche Station in den Museums-rundgang integriert. Das Heizhaus beherbergte – wie der Name bereits andeutet - im 19. und frühen 20. Jahrhundert die massiven befeuerten Öfen, die als inter-ne Heizung für das gesamte Gebäude dienten. Erst in den 70er Jahren, als die Minenfabrik über eine Fernleitung an das Heizsystem der Bleistiftfertigung angeschlossen wurde, sind die Öfen überflüssig geworden und das Heizhaus hat seine ursprüngliche Funktion verloren.

Im Zuge der umfassenden Gebäudesanierungen, die seit dem Jahr 2004 durch-geführt wurden, konnte endlich der persönliche Wunsch Graf Anton Wolfgang von Faber-Castells verwirklicht werden, Besuchern des Museums einen Einblick in die moderne Minenfertigung zu gewähren: Insgesamt sechs Fenster wurden nachträglich eingebaut und ermöglichen es, den Mitarbeitern bei den diversen Produktionsschritten über die Schulter zu sehen.

Über einen separaten Eingang zugänglich, steht das „neue Heizhaus“ auch interessierten Firmen, Institutionen und Einzelpersonen als Mietobjekt der besonderen Art zur Verfügung: Ob kreativer Tagungsraum oder außergewöhnli-che Party-Location – das Heizhaus atmet die Authentizität des gesamten Muse-umsstandortes und lässt genauso wie die übrigen Räume die industriellen Spu-ren früherer Jahrzehnte erkennen.


Erster Baustein einer Faber-Castell „Erlebnismeile“

Kurator Matthias Murko, Leiter des Museums Industriekultur und konzep-tioneller Vater des Faber-Castell’schen Minen-Museums, legte viel Wert auf die ungeschminkte Darstellung der damaligen Bedingungen – und auf die Wahrung der Unverfälschtheit dieses einmaligen Zeugnisses bayerischer Indus-triegeschichte. Das Museum „Alte Mine“ gilt als Grundstein einer Gesamtdar-stellung der Faber-Castell Bleistiftgeschichte und als erster Schritt zur Realisie-rung der Vision 2011, die eine umfassende Faber-Castell „Erlebnismeile“ zum 250. Firmenjubiläum vorsieht. Diese versteht sich nicht nur als die Gegenüber-stellung der historischen und der modernen, automatisierten Bleistiftfertigung; sie soll für Außenstehende ebenso ein einzigartiges zeitgeschichtliches Portrait von Industrie, Unternehmen und acht Generationen Unternehmerfamilie zeich-nen, eingebettet in einen architekturhistorischen Rahmen, der den Bogen spannt von der „Alten Mine“ zum U-förmigen Fertigungskomplex für Holzstifte, von der Neukirchvilla mit Park über das Schloss bis zum Neo-Renaissance-Juwel der Wilhelm von Faber-Villa.
Die Gesamtausgaben zur Fertigstellung des Museums „Alte Mine“ belaufen sich auf rund 600.000 Euro.

Museum „Alte Mine“: die Realisierung

Die Umgestaltung der historischen Fertigungsräume zum erlebnisreichen Muse-um machte den Verantwortlichen, Kurator Matthias Murko, Architekt Peter Weidenhammer und Gebäudemanager Gerhard Lippl, zunächst Kopfzerbrechen:
Das Gebäude am Westufer der Rednitz (Gründungsjahr 1848) steht unter Denkmalschutz und besteht aus einem verschachtelten Ensemble von Ebenen und Räumen aus unterschiedlichsten Epochen. Ein Rundgang sollte geschaffen werden, der den chronologischen Ablauf des historischen Produktionsprozesses abbildete. Fluchtwege, Treppen und eine Notbeleuchtung mussten ebenso realisiert werden wie Durchbrüche durch räumliche Sackgassen. Schwierig gestaltete sich auch der Transport von schwerem antiken Maschinenmaterial vom Dachboden in die musealen Untergeschosse. Murko und Weidenhammer agierten bei der Museumsgestaltung getreu dem Prinzip „so viel wie nötig und so wenig wie möglich“. Die geschwärzten Wände sollten erhalten bleiben, und wo ein Mauerdurchbruch notwendig war, wurde sogar noch ein bisschen mit grauem Graphitmehl nachgeholfen, um die nötige Patina zu schaffen. Moderne Akzente setzten sie indes bei der Gestaltung der Infotafeln und der Lichtinsze-nierung. Erlebnisreich wird der Rundgang durch die vielen authentischen Bild-, Text- und Tondokumente, die den Besucher auf seiner Zeitreise durch die Industriegeschichte begleiten: Videoprojektionen spiegeln die Wirklichkeit der modernen und „sauberen“ Minenfertigung wider, dazu kontrastieren die Fotos der Jahrhundertwende, die von der Beschwerlichkeit und den Mühen eines überwiegend handwerklichen Gewerbes erzählen. Auf den Schautafeln erklärt sich nicht nur der gesamte Zyklus der Bleistiftproduktion, sondern auch Verpa-ckung, Vertrieb und Marketing eines weltweit expandierenden Unternehmens. Auch wurde nicht vergessen, das Thema Energieversorgung zu dokumentieren: Bis 1955 wurden die Maschinen von Wasserrädern am Fluss über Transmissi-onswellen angetrieben. Danach wurde mit der Turbine Strom erzeugt, die Transmissionen wurden durch Elektromotoren ersetzt. Die Turbine liefert heute noch ein Drittel des benötigten Stroms der gesamten Fertigung. Das eigene Felsquellwasser, das direkt unter dem Gebäude entspringt, wird zur Kühlung der Produktionsanlagen verwendet.
Amüsant ist es, in den ehemaligen Duschräumen der Minenfertigung einem Gespräch zu lauschen, das dem Minen-Alltag aus den späten 40er Jahren nach-empfunden ist. Auf dieser Tonaufnahme unterhalten sich drei Minenarbeiter in fränkischer Mundart beim gegenseitigen Rückenschrubben nach einem harten Arbeitstag.

Wertvolle Zeitzeugen als ehrenamtliche Mitarbeiter gewonnen

Ohne die ehrenamtliche Mitarbeit der ehemaligen Produktionsmitarbeiter Rein-hold Opitsch, Peter Romir und Werner Heller wäre eine derart detailgetreue Wiedergabe der ehemaligen Produktionsanlagen vermutlich nicht möglich gewesen. Opitsch etwa arbeitete ab Mitte der 50er Jahre in der Minenfertigung, und war als Industriemeister maßgeblich an der Einführung innovativer Techni-ken beteiligt, die den Wandel zur hochmodernen Produktionsstätte einleiteten. Die Ruheständler Opitsch, Romir und Heller arbeiteten bis zuletzt unermüdlich bei der Museumsgestaltung mit: Schon weit vor der Realisierungsphase retteten sie zusammen mit dem damaligen Archivar vorausschauend antikes Mobiliar und alte Anlagen, später dann kennzeichneten und restaurierten sie das Material, rekonstruierten ein Minenprüf-Labor und wachten über die chronologische und produktionstechnisch sinnvolle Anordnung der Maschinen. Von dem gebürtigen Franken Opitsch stammt auch der Arbeiter-Dialog, der in den ehemaligen Duschräumen als Tonaufnahme zu vernehmen ist.


Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes und der Minenfertigung

Im Zuge der Errichtung des Museums „Alte Mine“ wurden auch die aktiven Produktionshallen und das Gebäude selbst saniert: In drei Bauabschnitten der Jahre 2002 bis 2005 wurden insgesamt rund 2,2 Mio Euro investiert, um dem denkmalgeschützte Gebäude (datiert: 1848, 1860, 1911 und 1922) neuen Glanz und historischen Charme zu verleihen. Prunkstück und visuelles Highlight ist neben den frisch gereinigten Außenfassaden der während des Krieges zerstörte Dachstuhl. Die Produktionszusammenführung, der Umzug in moderne Produk-tionshallen sowie die Anschaffung neuer Anlagen verschlang nochmals 1,5 Mio Euro. Für die Sanierung und Erschließung der freigewordenen Geschosse, die zukünftig überwiegend der externen Vermietung vorbehalten sein sollen, wer-den zusätzlich 4 Millionen Euro Investitionen veranschlagt.

Weitere Informationen:
Christiane Regler
Faber-Castell AG
Nürnberger Str. 2
90546 Stein
 
Tel. 0911/9965-5536
Fax.0911/9965-5586

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Kontakt

Museum "Alte Mine", Faber-Castell
Mühlstraße 2
90547 Stein

Tel.: 0911/ 99 65 - 0

 


Öffnungszeiten

An jedem 3. Sonntag im Monat
hat das Museum von 11:00 bis
17:00 Uhr für Sie geöffnet.


Eintrittspreise
   
Erwachsene: 4,50 €
Ermäßigt: 3,00 €
Familienticket: 10,00 €

Service

Essen & Trinken: Nein

Museumsshop:     ja



Wetter

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