Glockenturm Bergwerk Langenreuth



Über das Denkmal

In Langenreuth wurde zwischen 1908 und 1942 ein Bergwerk zur Förderung von Eisenerz betrieben.

Zeitgleich mit der geplanten Förderung im Erwein-Stollen in Pegnitz entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts Pläne, auch das Erzvorkommen in Langenreuth abzubauen. Die Betreibergesellschaft Langenhöh erlangte 1907 das Abbaurecht und begann mit der Errichtung eines Bergwerkes.

Nach fast zehn Jahren Probeschürfungen und Besitzerwechsel, begann 1917 der erste Abbau von Eisenerz in einem 7 Meter tiefen Schacht. Der erste Stollen entstand nur ein Jahr später.

Bis 1921 verlief der Betrieb ohne größere Probleme, doch die Nachfrage nach dem Doggererz ging wegen dessen geringen Eisengehaltes deutlich zurück. Zudem war Langenreuth nicht ideal an das Eisenbahnnetz angebunden, so dass die Betreiber in Lieferverzug gerieten und viele Kunden verloren. Auch ein erneuter Anlauf mit einer neuen Erzhütte musste 1922 wegen Lieferproblemen wieder aufgegeben werden und die Grube wurde geschlossen

1925 wurden Versuche unternommen, die in Langenreuth ebenfalls vorkommende Farberde wirtschaftlich zu fördern, allerdings war das Vorhaben zu unwirtschaftlich und wurde 1932 wieder beendet.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten und den zugehörigen Kriegsvorbereitungen wurden ab 1933 schließlich auch die weniger rentablen Erzvorkommen wieder interessant. Unter großem Aufwand wurde die Grube in Langenreuth wieder instand gesetzt und ab 1937 erneut betrieben.

Die Abbaumaßnahmen wurden so effizient betrieben, dass im April 1941 die Erschöpfung des Erzvorkommens festgestellt werden musste. Noch im selben Jahr wurde mit der Unterstützung von 30 russischen Kriegsgefangenen der Rückbau der Grube durchgeführt.

1991 wurde der Glockenturm als Denkmal an den Langenreuther Bergbau feierlich eingeweiht. Es ist das einzige sichtbare Zeugnis das in dem kleinen Ort auf die Bergwerkstätigkeit hinweist, denn der effektive Rückbau hat so gut wie keine Spuren hinterlassen.


Für Entdecker

Für Wanderfreunde bietet sich die Möglichkeit, von der Grube Erwein in Pegnitz die fünf Kilometer nach Langenreuth zu wandern. 


Anfahrt

navi Glock Papierfabrik Osternohe Schaustollen Erwein Maffeischächte Auerbach Bergwerke Auerbach

Adresse

Bergwerksdenkmal Langenreuth

Herrnweg 21
91257 Pegnitz-Langenreuth


Begehbarkeit

Das Areal rund um den Glockenturm ist frei begehbar.


Geschichtliches
1907 Erwerb des Abbaurechtes
1908 Beginn der Probeschürfungen
1917 Beginn der Erzförderung
1918 Der erste Stollen wird angelegt
1922 Schließung des Bergwerks
1937 Wiederaufnahme des Erzabbaus
1941 Erschöpfung der Erzvorkommen
1942 Schließung und Rückbau