Ehemalige Braunkohlegrube Oberpfälzer Seenland




Über das Denkmal

Bereits um 1800 wurde in der Region um Wackersdorf erstmals bei Brunnenarbeiten Braunkohle entdeckt. Doch die Fördermengen waren zunächst zu gering.

Erst 1865 wurde der Braunkohleabbau für ein neues Elektrizitätswerk wieder aufgenommen. Mit der Gründung der BBI (bayerische Braunkohle Industrie AG) 1907 erhielt die Kohleförderung einen erneuten Schub.

Doch die Hochzeit der Braunkohleförderung erreichte Wackersdorf nach dem zweiten Weltkrieg. 185 Million Tonnen Braunkohle wurden insgesamt aus dem oberpfälzer Boden gehoben. Dem riesigen Tagebaugebiet musste letztlich auch Wackersdorf selbst weichen. Die Bevölkerung wurde in das neue Dorf am heutigen Standort umgesiedelt und die alten Gebäude dem Erdboden gleichgemacht.

Bis Ende 1982 wurde der Tagebau fortgeführt, ehe die geringen verbliebenen Kohlereste und billige Importkohle eine Schließung der Kohlegruben erforderten. Die Bagger zogen ab, die Arbeiter nahmen andere Stellen an und die riesigen Gruben blieben zunächst zurück.

Schnell wurde beschlossen, die tiefen Löcher zu fluten und eine künstliche Seenlandschaft zu generieren. Zurückgebliebenes Bergbaugerät wurde verkauft oder eingeschmolzen. Gerüchteweise soll sich auch die ein oder andere Maschine noch am Grund des 60 Meter tiefen Sees befinden. Über mehrere Jahre hinweg wurde das Gebiet geflutet und die Ufer renaturalisiert, ehe das Oberpfälzer Seenland als neues Naherholungsgebiet seine Pforten öffnete.


Für Entdecker

Das Oberpfälzer Seenland bietet nicht nur unzählige Erholungsmöglichkeiten, sondern auch die in Bayern einmalige Möglichkeit, ein ehemaliges Braunkohleabbaugebiet zu erkunden. Zwischen Steinberg und Wackersdorf verläuft ein etwa zwei Kilometer langer Braunkohle-Lehrpfad, der verschiedene Aspekte des Themas erklärt. 

Ein Spaziergang durch die Gemeinde Wackersdorf ist auch gleichzeitig ein Rundgang durch eine neu errichtete Siedlung, in der an vielen Stellen die Erinnerung an den Tagebau sichtbar wird. Sei es durch die Madonnen an den Häusern, die den Bergleuten Schutz bieten sollten oder sei es durch die vielen Straßennamen mit Bergbau-Bezug.

Für Anhänger der Zeitgeschichte bietet sich südlich des Murner Sees eine Wanderung entlang des ehemaligen WAA-Geländes an, das mittlerweile zu einem beliebten Gewerbegebiet umgewandelt wurde.


Anfahrt

navi Seenl Stadtmuseum Schwandorf Bergbaumuseum Wackersdorf Braunkohlemuseum Steinberg Alte Schleif


Adresse

Strandparkplatz Steinberger See

Oder 12
92449 Steinberg am See

Homepage Oberpfälzer Seenland

 


Begehbarkeit

Die einzelnen Seen sind frei begehbar. Im Steinberger See ist darüber hinaus auch das Tauchen möglich.


Geschichtliches
Entstanden zwischen 1900 und 1983
Geologie ehemalige Braunkohlegrube
1856-1983 Braunkohlegrube
ab 1983 Seen- und Naherholungsgebiet