Maxhütte Sulzbach-Rosenberg



Über das Denkmal

Die Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg war für über ein Jahrhundert einer der wichtigsten Wirtschaftsstandorte der Oberpfalz. 1863 wurde die Maximilianshütte, benannt nach dem bayerischen König Maximilian II., in Rosenberg gegründet.

Innerhalb weniger Jahre wurden mit Erzvorkommen aus Sulzbach-Rosenberg und Auerbach große Mengen an Eisen produziert. Ab 1929 übernahm der Konzern Flick nach und nach die gesamte Firma, bis sie 1955 100%ige Unternehmenstochter wurde. In der Hochzeit der Maxhütte arbeiteten über 9.000 Menschen in den Stollen und Fabrikhallen.

Doch die Probleme wuchsen der Firmenleitung zunehmend über den Kopf. Mehrere Besitzerwechsel und der schleichende Niedergang der Maxhütte führten ab 1981 zu einem jahrzehntelangen Arbeitskampf der Angestellten. Als 1987 der erste Konkurs verkündet werden musste, war die Belegschaft bereits um über die Hälfte auf 4.500 Mitarbeiter geschrumpft.

Der Betrieb wurde vorübergehend von der Maxhütte i.K. weitergeführt. Aus den Gesellschaftern Thyssen, Krupp, Mannesmann, Klöckner und dem Freistaat Bayern gründete sich 1990 schließlich die Neue Maxhütte NHM Stahlwerke GmbH.  Nachdem der Freistaat 1994 seine Anteile (45%)  an Max Aichner verkaufte, der zuvor bereits die Anteile von Thyssen, Klöckner und Krupp übernommen hatte, trudelte die Maxhütte im November 1998 in den zweiten Konkurs. Als im Juli 2002 das Stahlwerk endgültig stillgelegt wurde, arbeiteten noch 850 Angestellte in der Firma. Der einzige verbleibende Bereich ist das Rohrwerk, in dem noch 450 Mitarbeiter arbeiten.

Was blieb von fast 150 Jahren Eisenverarbeitung ist ein Koloss aus Stahl, der zunehmend vor sich hin rostet. Obwohl in dem einzigen integrierten Hüttenwerk alle Phasen der Produktion, vom Erz bis zum Eisen, auf engem Raum vorhanden sind, konnte sich noch kein Konzept zur  musealen Erhaltung des Denkmals durchsetzen.

Auch das 2014 von industriegeschichte.net initiierte Symposium in Sulzbach-Rosenberg brachte zwar viele Ideen auf, doch eine gemeinsame Linie von Freistaat, Bezirk und Kommune ist bislang nicht in Sicht.


Für Entdecker

Interessierte Besucher haben im Rathaus die Möglichkeit, einen Kurzwanderführer zu erwerben, der entlang der ehemaligen Bergwerke und Gebäude der  Maxhütte führt.

Der Weg führt auch am Schlackeberg vorbei, der in den letzten Jahren aufwändig renaturiert wurde und als Denkmal in unregelmäßigen  Abständen für Besucher geöffnet ist.


Anfahrt

navi Maxsulz Speedtreibhaus Eschenfelden Hammersachloss Vilseck Stadtmuseum Sulzbach-Rosenberg Stadtmuseum Amberg

Adresse

Maxhütte Sulzbach-Rosenberg

Erzhausstraße 1
92237 Sulzbach-Rosenberg


Begehbarkeit

Das gesamte Gelände ist im Normalfall für Unbefugte gesperrt, teils wegen Einsturzgefahr, teils, weil verschiedene Firmen dort eingemietet sind. Eine Umwanderung des Komplexes ist problemlos möglich. Zu speziellen Führungen wird das Areal geöffnet.


Geschichtliches
1863 Gründung der Maximilianshütte
1903 Beginn der Erzförderung in Auerbach
1929 Der Flick-Konzern wird Teilhaber
1955 Die Maxhütte wird vollständige Flick-Tochter
1956 Beginn des Zukaufs von ausländischem Erz
1977 Übernahme durch die Klöckner-Werke
1979 Konzentration auf Erzverarbeitung aus dem Leonie-Schacht
1987 Erster Konkurs
1990 Stilllegung der Maxhütte-Haidhof
1990 Neue Maxhütte Stahlwerke GmbH
1998 Zweiter Konkurs
2002 Endgültige Stilllegung