Schaustollen "Erwein" - Pegnitz



Über das Denkmal

Bergbau ist ein wichtiges Stück Industriegeschichte, nicht nur im Ruhrgebiet und den Alpen, sondern auch und besonders in Nordbayern. Mitten in der Metropolregion Nürnberg, existierten Eisenerzgruben und riesige Hüttenwerke. 

In der Stadt Pegnitz befindet sich der stillgelegte Bergwerksstollen "Erwein". Seit 1400 wurde im Arzberg bereits Erz gefördert, um die Hammerwerke der kleinen Stadt zu versorgen.

Die erste Zeit des Bergbaus begann im 17. Jahrhundert  als Vorbote der industriellen Revolution und sollte nicht lange anhalten. Man baute damals Übertage und Untertage ab, doch gegen Ende des Jahrhunderts ging die lange Tradition der Verhüttung plötzlich zu Ende.

1908 kehrte der Bergbau für ein halbes Jahrhundert wieder in die Stadt zurück. Die Zeche „Kleiner Johannes“ förderte jährlich 400.000 Tonnen Erz und beschäftigte 600 Mitarbeiter. Das Erz wurde nun aber nicht mehr Vorort verhüttet sondern nach Linz transportiert. Noch bis 1968 wurde aus dem „kleinen Johannes“ Erz gefördert, bis das Linzer Werk schließlich kein Eisen mehr annahm.

Der Erweinstollen führte früher in den „kleinen Johannes“ und erinnert heute als Industriedenkmal an die Geschichte des Bergbaus. Hier, am Stadtrand von Pegnitz, findet am man aber mehr, als nur einen alten Stollenzugang. Links und rechts flankieren Schautafeln den Eingang. Sie zeigen den Grundriss des Stollens und alte Bilder aus der aktiven Zeit der Grube. Hinter Gitterstäben erkennt man im Schacht einen alten Kleinzug, mit dem die Erzvorkommen aus dem Tunnel gebracht wurden. Puppen in Originalkleidung vermitteln den lebendigen Eindruck des alten Stollens. Dank eines Bewegungsmelders werden die Schautafeln und der „Erwein“ beleuchtet, sobald man sich ihnen nähert.

Aus der Grube führen Schienen auf ein gegenüberliegendes Gebäude, dem Lokschuppen, mit Kompressorhaus und Werkstätten aus dem Jahr 1936. Nach mehreren wirtschaftlichen Wechseln kam 1967 das endgültige Aus für den Bergbau in Pegnitz und der Stollen wurde geschlossen.


Für Entdecker

Außerhalb der Stadt gibt es noch zwei kleinere Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. In Troschenreuth befindet sich die einzige Farberdegrube Deutschlands, die nach wie vor aktiv ist. Im Ortsteil Hainbronn stehen die ehemaligen Farberdemühlen, die heute stillgelegt sind.


Anfahrt

navi pegnitz Papierfabrik Osternohe Papierfabrik Simmelsdorf Glockenturm Langenreut Maffeischächte Auerbach
Adresse

Schaustollen "Erwein" Pegnitz

Bergwerkstraße 18
91257 Pegnitz

Homepage der Touristeninformation Stadt Pegnitz


Begehbarkeit

Der Schaustollen "Erwein" selbst ist nur bei Führungen und besonderen Veranstaltungen geöffnet. Die Ausstellungsstücke sind jedoch von außen gut einsehbar, ebenso die Infotafeln.

Das umliegende Gelände mit Grubenbahn und Kompressorhalle ist frei begehbar.

Anfrage Führungen: Jörg Wettengel, Tel. 09241-91316


Geschichtliches
1280 Erste Erwähnung des Bergbaus in der Region
1908 Aufnahme des Betriebes der Zeche "Kleiner Johann"
1936 Bau des Kompressorhauses
1967 Schließung des Bergwerks