Arbeitersiedlung Gartenstadt Nürnberg



Über das Denkmal

1911 entstand am Rand des Rangierbahnhofs im Nürnberger Süden die Gartenstadt. Die Gartenstadt-Baugenossenschaft hatte sich 1908 mit 225 Mitgliedern nach dem Vorbild der englischen Gartenstadtbewegung zusammengeschlossen um eine eigene Siedlung mit günstigen Wohnräumen zu errichten.

Die Gartenstadt Nürnberg ist eines der typischsten Beispiele der Plansiedlungen des frühen 20. Jahrhunderts, die den Arbeitern ein angenehmeres Leben und einen bescheidenen Wohlstand ermöglichen sollten. Neben den Wohngebäuden mit eigenem Garten entstanden eine eigene Schule, eigene Handwerksbetriebe und ein Gesellschaftshaus.

Unter maßgeblicher Beteiligung des Münchener Reform-Architekten Richard Riemerschmid wurde die Siedlung schließlich geplant und umgesetzt. 1911 wurden die ersten 76 Wohneinheiten fertiggestellt. Die Siedlung wuchs immer weiter an, so dass im ersten Kriegsjahr 1939 bereits 1400 Gebäude entstanden waren.

Die besondere Architektur dieses Stadtteils steht auch geografisch für den Übergange von den engen Wohnblöcken der Industriellen Revolution, wie sie in der Nürnberger Südstadt zu finden sind, zu den modernen Reihenhaussiedlungen des Wirtschaftswunders, die sich jenseits der Gartenstadt erstrecken.

Noch heute haben Häuser der alten Gartenstadt ihre damalige Form und Fassade. Da das gesamte Ensemble zwischen Finkenbrunn und Minervaplatz unter Denkmalschutz steht, bleibt die Gartenstadt auch weiterhin der Nachwelt erhalten. Die kleinen Reihenhäuser und die vielen Plätze repräsentieren noch immer den Gedanken der „Gartenstadt“, wie er in England zu Jahrhundertwende entstanden war. 


Für Entdecker

Die Gartenstadt Nürnberg bietet eine Vielzahl an Entdeckungsreisen, denn der Alte, und der Neue Kanal verlaufen hier nur wenige hundert Meter voneinander. Zudem ist hier der Übergang von den erhaltenen Abschnitten des Ludwigskanals zum zugeschütteten Bereich. Auf Höhe der Tannhäuser Straße lässt sich zudem hervorragend erkennen, wie die Autobahn 73 das ehemalige Kanalbett als Trasse verwendet.


Anfahrt

navi Garten Gerasmühle Fabrikmuseum Faber-Castell MAN Nürnberg Poststadt

Adresse

Gesellschaftshaus Gartenstadt

Buchenschlag 1
90469 Nürnberg


Begehbarkeit

Die Arbeitersiedlung ist im ganzen Stadtteil frei begehbar. Im Gesellschaftshaus befindet sich eine Gaststätte, die zu den Geschäftszeiten ebenfalls problemlos zu betreten ist.


Geschichtliches
1898 Der Brite Ebenezer Howard entwickelt das Konzept einer Gartenstadt
1908 Gründung der Gartenstadt-Baugenossenschaft im Süden Nürnbergs
1911 76 Wohneinheiten werden fertiggestellt
1939 1400 Wohneinheiten in der Gartenstadt
1945 Kampflose Besetzung durch die US Army
1950er Wiederaufbau von zerstörten Gebäude
1980er Die Gartenstadt wird unter Denkmalschutz gestellt