Hammerwerk Nürnberg-Gerasmühle



Über das Denkmal

Ebenso wie in Katzwang entstand auch einige Kilometer weiter nördlich ein Hammerwerk um die Fabrikanten in Nürnberg zu versorgen. Und auch die Gerasmühle entwickelte im Laufe der Jahre eine eigene Infrastruktur, aus der heute ein eigener Stadtteil geworden ist.

Bereits im Jahr 1458 wurden an der Gerasmühle erstmals zwei Hammerstätten in einem Lehensbrief von Kaiser Friedrich III. urkundlich erwähnt. Das Areal vergrößerte sich im folgenden Jahrhundert beträchtlich, doch ebenso wie  Mühlhof, wurde auch die Gerasmühle im 2. Markgrafenkrieg 1552 zerstört.

Nachdem die Mühle 1565 wieder aufgebaut worden war, begann erneut eine schnelle Vergrößerung des Anwesens, ehe 1619 ein weiterer Brand Teile der Mühle zerstörte. Aus einem Kaufvertrag von 1622 geht jedoch hervor, dass die Gerasmühle bereits zu dieser Zeit eine enorme Größe besessen hat und über mehrere Gebäude verfügte.

In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Mühle mit ihren Hämmern noch mehrfach den Besitzer und wuchs dabei beständig.

Im Jahr 1840 errichtete Johann Georg Weidner in der Gerasmühle eine Spiegelfabrik, die sogar mit dem "Zeugnis der erhöhten Wertigkeit" von der königlichen Generalkommission ausgezeichnet wurde.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Hämmer in eine Bronzefabrik umgewandelt. Zu jener Zeit entstand rund um die Gerasmühle ein richtiges Industriedorf mit Stallungen, Wohnungen und eigener Gaststätte. 

Die Geschichte der Hämmer endete nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Fabrik mit den modernen Unternehmen nicht mehr konkurrieren konnte. Doch die entstandene Siedlung erfreute sich weiterhin großer Beliebtheit. Als 1976 das Freilandmuseum Bad Windsheim gegründet wurde, war zunächst auch die Gerasmühle als alternativer standort im Gespräch.

Heute ist die Gerasmühle ein beliebter Wohnort am Ufer der Pegnitz und beherbergt mehrere kleine Unternehmen.  


Für Entdecker

Die Gerasmühle bietet mehrere Wander- und Spaziermöglichkeiten. In Richtung Süden liegen direkt an der Rednitz die Drahtfabrik Mühlhof und das Hammerwerk Katzwang.

In nördlicher Richtung gelangt man über den Wiesengrund zu einem Biotop und nach Stein.  


Anfahrt

navi Geras Hammermühle Katzwang Drahtfabrik Mühlhof Fabrikmuseum Faber-Castell Gartenstadt

Adresse

Hammerwerk Gerasmühle

An der Gerasmühle
90453 Nürnberg


Begehbarkeit

Das gesamte Ensemble ist frei begehbar. Die Gebäude befinden sich in Privatbesitz und können nicht besichtigt werden.


Geschichtliches
1458 Erste Erwähnung der Hämmer
1541 Das Lehen geht an Leonhard Stockhamern
1545 Der Müller Anders baut das Hammerwerk weitläufig aus
1549 Die Familie Ochsenfeldern kauf die Gerasmühle
1552 Zerstörung im 2. Markgrafenkrieg
1565 Wiederaufbau
1619 Brand in der Mühle und Wiederaufbau
1622 Die Mühle verfügt über vier Mahlgänge, einem Zainhammer, eine Sägemühle und einer Schleifmühle
1632 Erneute Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg
1840 Bau einer Spiegelfabrik
19. Jh. Errichtung einer Bronzefabrik und Entstehung der Industriesiedlung
1899 Entstehung einer Gaststätte
20. Jh. Stilllegung