Industriegut Hammer Nürnberg



Über das Denkmal

Im Nürnberger Stadtteil Laufamholz liegt das historische Industriegut Hammer. In seiner Blütezeit beherbergte das Anwesen in seinen zwölf Gebäuden 144 Menschen, die hier lebten und arbeiteten.

Bereits im Jahr 1372 befand sich hier eine Mühle mit zugehörigem Messinghammer. Doch im zweiten Markgrafenkrieg 1552 wurde das Handwerksgut vollständig zerstört.

Die Familie Kanler nahm sich daraufhin dem Gut an und baute dort eine Drahtzieherei auf. Im Jahr 1681 standen in der Talsenke bereits ein Herrenhaus, mehrere Arbeiterwohnungen, eine Schule, eine Mahlmühle, eine Schmelzkammer und ein Ofenhaus.

In der Folgezeit wuchs die Anlage kontinuierlich und wechselte mehrmals den Besitzer. Als Franken 1806 Teil des Königreichs Bayern wurde, war das "Messing-  und Lahngoldwerk" die größte vorindustrielle Produktionsstätte im Nürnberger Land.

Die Industrielle Revolution brachte noch einmal einen deutlichen Schub für das Hammergut. Die Hämmer wurden 1894 durch Walzwerke ersetzt und die Fabrik durchlebte die Hochzeit ihrer Geschichte.

Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde das Hammerwerk immer wieder modernisiert und ausgebaut. Erst die schweren Bombenangriffe der Kriegsjahre zerstörten die Gebäude und Produktionsanlagen.

Ein Wiederaufbau nach 1945 wurde allerdings abgelehnt und 1958 die Produktion endgültig eingestellt.


Für Entdecker

Die Hammersiedlung ist von verschiedenen Wanderwegen umgeben, auf denen Sie zum Beispiel die Satzingermühle in Mögeldorf erreichen, die als letzte Nürnberger Mühle den Betrieb einstellte.


Anfahrt

Navi HamLah Ofenwerk Nürnberg Museum Industriekultur Wehrtechnikmuseum Stadtmuseum Conradtyhaus

Adresse

Industriegut Hammer

Christoph-Carl-Platz 2-12
90482 Nürnberg


Begehbarkeit

Das Hammergut ist das ganze Jahr über frei zugängig und begehbar. Bitte achten Sie aber darauf, dass die Zufahrt streng verboten ist. Parken Sie deshalb an der Hauptstraße.


Geschichtliches
1372 Erste Mühle mit Messinghammer
1552 Zerstörung im 2. Markgrafenkrieg und Wiederaufbau
1681 Das Hammergut ist bereits eine weitläufige Anlage
1718 Übernahme des Messingwerks durch die Firma Johann Volkamer & Co.
1814 Übernahme durch Familie Forster
1815 Errichtung eines Walzwerks
1824 Blütezeit mit 144 Arbeitern
1871 Einrichtung eines Turbinenantriebs
1894 Die alten Hämmer werden durch Walzwerke ersetzt
1945 Schwere Zerstörung im 2. Weltkrieg
1958 Endgültige Stilllegung
1977 Das Hammer-Ensemble wird unter Denkmalschutz gestellt