M.A.N. Industriegebiet Südstadt



Über das Denkmal

Zwischen der Katzwanger Straße, der Landgrabenstraße und der Gibitzenhofstraße befindet sich im Süden von Nürnberg ein riesiges Industriegebiet. Es sind hauptsächlich die M.A.N. und Siemens, die sich auf diesem Areal befinden, zwei Unternehmen, die zu den bedeutendsten der Nürnberger Industriegeschichte gehören.

Als im 19. Jahrhundert die Fabrikflächen in Nürnberg immer knapper wurden, entstanden an der südlichen Stadtgrenze riesige Fertigungsanlagen. 1889 bauten die Schuckertwerke (später Siemens) an der Landgrabenstraße große Fabrikhallen, während die M.A.N. sich auf das Gelände südlich der Frankenstraße konzentrierte.

Weitere große und kleine Unternehmen gesellten sich schnell hinzu. Daneben entstanden unzählige Wohnburgen für die angestellten Arbeiter. Die Umstellung auf kriegswichtige Produktion im Zweiten Weltkrieg führte zu schweren Zerstörungen durch alliierte Bombenangriffe.

Doch die Industriegebiete stiegen nach dem Krieg wie Phönix aus der Asche und wurden schnell wieder zu wichtigen Arbeitgebern in Nürnberg. Aber die Südstadt war auch ein Kind der klassischen Industrie. Sie erlebte ihren Aufschwung in den 60er Jahren und wurde von der Verlagerung der Produktionsstätten in den 80er Jahren besonders hart getroffen.

Während Siemens und die M.A.N. diesen Rückgang trotz schwerer Zeiten überstanden, mussten viele mittelständische Unternehmen in der Südstadt schließen.

Das Industriegebiet Südstadt hat mittlerweile den strukturellen Wandel erfolgreich vollzogen. An der Frankenstraße hat die M.A.N. in Teilen der ehemaligen Fertigung den Franken Campus errichtet, während in der ehemaligen Fränkischen Schuhfabrik im Ulmencarree eine bunt gemischte Gewerbefläche entstanden ist.


Für Entdecker

Die Südstadt hat trotz des vielfältigen Wandels noch einen Großteil ihrer industriellen Identität behalten. Während das Areal rund um die M.A.N. noch deutlich die ehemalige Größe dieser Fabrikanlage erahnen lässt, bietet das Wohngebiet nördlich der Frankenstraße ein ideales Beispiel der frühindustriellen Wohnburgen, die im klaren Kontrast zur nahe gelegenen Gartenstadt stehen. Noch etwas weiter nördlich erreicht man schließlich die Siemensstraße und damit die ehemaligen Fabrikanlagen des zweiten Nürnberger Traditionsunternehmens. Bezeichnenderweise haben beide Firmen ihren Sitz mittlerweile in München.

Eine besondere Sehenswürdigkeit bietet das Ulmencarree. Einst beherbergte es die Fränkische Schuhfabrik, doch heute befinden sich verschiedene kleinere und größere Unternehmen in der historischen Anlage.


Anfahrt

navi man Fabrikmuseum Faber-Castell Gartenstadt Poststadt Hauptbahnhof Nürnberg

Adresse

Industriegebiet Südstadt

Frankenstraße 139
90461 Nürnberg

oder

Schuckertstraße 3
90459 Nürnberg

oder

Ulmenstraße 25
90443 Nürnberg


Begehbarkeit

Die Südstadt kann in jede Richtung frei durchwandert werden. Allerdings sind die großen Fabrikareale vollständig abgeschirmt und nur von außen zu betrachten. Das Ulmencarree kann von Hof aus besichtigt werden.


Geschichtliches
19. Jh. Bebauung der Flächen südlich des Hauptbahnhofes
1841 Gründung der Maschinenfabrik Klett
1889 Eröffnung der Schuckertwerke
1892 Gründung der Fränkischen Schuhfabrik
1898 Fusion zur Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG
1914 Erster Weltkrieg
1916 Hindenburg-Programm - Umstellung auf reine Kriegsproduktion
1926 Kaufhaus Schocken eröffnet am Aufseßplatz
1945 Großflächige Zerstörung der Südstadt
1960er Wirtschaftswunder
1980er Niedergang der klassischen Industrie