Pegnitzmühlen



Über das Denkmal

Entlang der Pegnitz befanden im Jahr 1601 alleine in Nürnberg 131 Mühlen. Bereits 1390 war von Ullmann Stromer die erste Papiermühle Deutschlands konstruiert worden und 1415 wurde in der Sandmühle die mechanische Drahtherstellung entwickelt. Beide Erfindungen trugen maßgeblich zur Mühlenentwicklung im Nürnberger Umland und der entsprechenden Handwerkskunst bei.  

Die Groß- und Kleinweidenmühle liegen westlich der Altstadt und wurden bereits 1234 urkundlich erwähnt. Anfangs wurden sie als normale Getreidemühle genutzt, ehe die Großweidenmühle im 15. Jahrhundert auch mit einem Eisenhammer und einer Drahtzieherei ausgestattet wurde, während die Kleinweidenmühle eine Schleiferei und einem Messinghammer antrieb. Beide Mühlen wurden 1487 mit einem Steg verbunden. Die Großweidenmühle kam 1494 zu speziellen Ehren, als Albrecht Dürer das Anwesen samt Brücke auf seinem Bild "Die Drahtziehermühle" darstellte.

Während die Großweidenmühle weiterhin als Hammer genutzt wurde, baute Endres Örtel die Kleinweidenmühle 1541 in eine Papiermühle um. Unter der Bezeichnung "Örtelsche Weidenmühle"wurde an dieser Stelle der Großteil des Papierbedarfs der Stadtverwaltung hergestellt, der bisher teuer aus Ravensburg eingekauft werden musste.

Im Zuge der Industrialisierung richtete Bernhard Leykauf ein Hammerwerk mit zwei Hämmern in der Großweidenmühle ein. Eine weitere Hammermühle wurde direkt nebenan betrieben. Während diese florierten, sorgte die zunehmende Materialknappheit im Jahr 1832 für einen Umbau der Kleinweidenmühle in ein Sägewerk. 

Auch die Gründung einer namhaften Bleistiftfabrik ist in der Großweidenmühle nachgewiesen. 1863 kaufte der Fabrikant Georg Andreas Fröscheis die Anlage, legte die Hammer still und richtete in den Werkstätten seine Bleistiftfabrik ein. Als er seine Fabrikation einige Jahre später an die Großweidenmühlstraße verlegte, hatte er seiner Firma bereits den Name Lyra gegeben. Die Mühle diente noch lange Jahre zum Malen des Graphits.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden beide Mühlen schwer beschädigt und nur zum Teil wieder aufgebaut. Ihre große Bedeutung erlangten beide Anwesen nicht mehr. 1967 wurde die Großweidenmühle als vorletzte Nürnberger Mühle endgültig stillgelegt.


Für Entdecker

Die Pegnitzauen westlich der Altstadt bieten eine ideale Möglichkeit für einen ausgedehnten Spaziergang. Zudem befinden sich rund um das Mühlenviertel verschiedene Galerien, die für Kunstinteressierte lohnenswert sein könnten.


Anfahrt

navi pegmue Erzhütte Burgschmiet BMF Museum RESI Merk Motorenmuseum

Adresse

Großweidenmühle

Großweidenmühlstraße 9
90419 Nürnberg


Begehbarkeit

Die beiden Mühlen sind nicht öffentlich zugänglich, ein Rundgang durch das Mühlenviertel und eine Außenbetrachtung sind jederzeit möglich.


Geschichtliches
   
  Großweidenmühle
1234 Erste Erwähnung der Mühle
1473 Kauf durch Leonhard Pfleger
1487 Steg zwischen den Mühlen
1494 Die "Drahtziehermühle" von Dürer
1635 Umwandlung in eine Mahlmühle
1806 Entstehung des Hammerwerkes
1863 Umwandlung in die Bleistiftfabrik "Lyra"
1878 Umzug des Hauptwerkes
1942 Einzug der Lederwarenfabrik Breede
1945 Teilweise Zerstörung durch Fliegerbomben
1967 Endgültige Stilllegung
   
  Kleinweidenmühle
1234 Erste Erwähnung der Mühle
1487 Steg zwischen den Mühlen
1541 Umwandlung in eine Papiermühle
1832 Umwandlung in eine Sägemühle
1897 Verpachtung der Mühle an Kleinbetriebe
1945 Schwere Zerstörungen