Luitpoldhütte Amberg



Über das Denkmal

Der Amberger Erzbergbau ist eng mit der Maxhütte Sulzbach-Rosenberg verbunden. Nach deren Gründung sollte auch von Amberg aus das Erz an das Hüttenwerk geliefert werden, doch beide Standorte kamen nie sonderlich gut miteinander aus. 

Die bayerische Regierung löste die Probleme, indem Amberg 1883 einen eigenen Hochofen bekam, ohne jedoch ein zugehöriges Hüttenwerk zu bekommen um keine Konkurrenzsituation zur Maxhütte zu erschaffen.

Das Werk wuchs in der Folgezeit kontinuierlich und erhielt 1911 einen zweiten Hochofen und eine eigene Rohr- und Handelsgießerei. 1914 kam sogar ein dritter Hochofen hinzu.

Der Erste Weltkrieg und seine Nachwirkungen führten zu einem stetigen Niedergang der Fabrik. 1927 wurde die Luitpoldhütte schließlich in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, auch wenn der Freistaat zunächst alleiniger Aktionär blieb.

1938 wurde die Hütte schließlich in die Kriegsvorbereitung der Nationalsozialisten einbezogen, dem Freistaat abgekauft und in die Reichswerke Hermann Göring eingegliedert. Während des Krieges wurde die Fabrik als kriegswichtiges Unternehmen eingeteilt und mit über 600 Kriegsgefangenen (bei 2.000 Beschäftigten) betrieben.

Zwar wurde Luitpoldhütte nach dem Krieg nicht demontiert, doch Luftangriffe hatten der Anlage 1945 schweren Schaden zugefügt. Es sollte noch bis 1952 dauern, ehe die Luitpoldhütte AG als 74%-tige Tochter der Salzgitter AG neu gegründet wurde. Den Rest der Aktien hält bis heute der Freistaat Bayern.

Trotz anfänglicher Erfolge stand die Aktiengesellschaft bereits Mitte der 60er Jahre vor dem Konkurs. Seitdem folgten immer wieder Besitzerwechsel und strukturelle Änderungen. So wurde schon 1968 der Hochofen endgültig stillgelegt. Seitdem ist die Luitpoldhütte eine reine Gießerei.


Für Entdecker

Die Luitpoldhütte liegt direkt am Erzberg, in den auch der Theresienstollen führt. Wer also den Spuren der Bergleute folgen möchte kann die Anhöhe über den Erzbergweg umwandern.


Anfahrt

navi luitp Stadtmuseum Sulzbach-Rosenberg Stadtmuseum Amberg Theresienstollen Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern

Adresse

Luitpoldhütte Amberg

Sulzbacher Straße 121
92224 Amberg


Begehbarkeit

Die Luitpoldhütte AG ist noch immer ein aktiver Betrieb. Eine Besichtigung ist daher nur von außen möglich.


Geschichtliches
1883 Gründung des Hochofens
1911 Erste Gießerei und Umbenennung in Luitpoldhütte
1937 Umbenennung in Göring-Werke
1952 Luitpoldhütte AG
1968 Stilllegung des Hochofens
1968 Weiterführung als Gießerei