Bergwerke Stulln



Über das Denkmal

Das Revier Nabburg-Stulln war bis in die Mitte des 20. Jahrhundert ein beliebtes Abbaugebiet für verschiedenste Bodenschätze. In bis zu zwölf, meist kleinen Gruben wurde in dieser Region Bergbau betrieben, oft mit vorindustriellen, handwerklichen Methoden. Dennoch lieferte die Oberpfalz über Jahrzehnte hinweg fast die Hälfte des deutschen Flussspats.

Zwei der sehenswertesten Bergwerke im Raum Stulln sollen im Folgenden vorgestellt werden:

 

1. Reichhart-Schacht 

 Nordwestlich von Stulln erhebt sich ein stählerner Förderturm in den Himmel. Verschiedene verrostete Bergmannswerkzeuge stehen nebeneinander und eine alte Dampfmaschine verwittert am Straßenrand. Vom einstmals regen Bergbaubetrieb ist heute nicht mehr viel zu spüren.

Im Jahr 1890 begann Wilhelm Reichhart damit, an dieser Stelle Flussspat abzubauen, den er zufällig bei der Grabung nach einem Brunnen entdeckt hatte. Da dieser für die Produktion von Glas sehr beliebt war, grub er einen 40 Meter tiefen Schacht, förderte das Mineral und brachte es mit einem Pferdefuhrwerk zum Bahnhof Schwarzenfeld. Von dort wurde es zu den großen böhmischen Glashütten transportiert, die bis zur Schließung der Hauptkunde blieben.

In den Anfangsjahren förderte Wilhelm Reichhart den Flussspat mithilfe eines handbetriebenen Seilzugs an die Oberfläche, ehe er sich einen Pferdegöpel leisten konnte. Vierzig Jahre blieb das Bergwerk in Betrieb, ehe es 1921 stillgelegt wurde.

Bis vor wenigen Jahren war es noch möglich, im Zuge einer Führung das ehemalige Bergwerk zu betreten, doch mittlerweile wurde es geflutet und ist nicht mehr zu betreten.

 

2. Die Grube Erna-Anna (Hermine)

Wesentlich größer als der Reichhart-Schacht ist die Grube Hermine, die noch bis 1973, als eines der Letzten Bergwerke des Nabburger Reviers betrieben wurde.

Sie entstand 1942 aus der Zusammenlegung von sechs Kleinstbergwerken und fällt besonders durch die beiden markanten hölzernen Fördertürme auf. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges sollte die Flussspatförderung effizienter werden. Um das neue Bergwerk zu errichten griff man schließlich auf eine Holzbauweise zurück, da Stahl ausschließlich für Kriegsgerät verwendet wurde.

Nach der Stilllegung 1973 wurde die Grube sich selbst überlassen und verfällt nun zusehends. 


Für Entdecker

Die beiden Denkmäler liegen nicht weit voneinander entfernt. Auf einer Rundwanderung von etwa zweieinhalb Stunden ist es möglich das ehemalige Revier zu erkunden.


Anfahrt

navi stulln Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern Hammerschlösser Kümmersbruck Stadtmuseum Schwandorf Bergbaumuseum Wackersdorf

Adresse

Reichhart-Schacht

Freiung 2
92551 Stulln
Homepage

 

Grube Erna

Spatweg 4
92551 Stulln


Begehbarkeit

Das Freigelände Reichhart-Schacht ist auf eigene Gefahr begehbar. Der Schacht selbst ist aktuell geflutet und kann nicht besucht werden.

Das Betreten der Grube Erna ist verboten. Ein Besuch sollte nur von außerhalb der Umzäunung vorgenommen werden. Hier herrscht wegen der Baufälligkeit Lebensgefahr.


Geschichtliches
1890 Errichtung des Reichhart-Schachtes
1921 Stilllegung Reichhart-Schacht
1940 Bau der Grube Erna
1950 ca. 12 Bergwerke im Revier Nabburg
1973 Ende der Bergwerkstätigkeit