Sirnersche Kattunfabrik Schwabach



Über das Denkmal

Die ehemalige Stirner´sche Kattunfabrik liegt heute nahezu unbeachtet am Ufer der Schwabach. Dabei war das baumwollverarbeitende Unternehmen schon lange vor der Industriellen Revolution ein bedeutender Betrieb. Kattun ist ein glattes und besonders dichtes Baumwollgewebe, und entwickelte sich ab dem 17. Jahrhundert zu einem wichtigen Produkt für die europäische Web- und Druckindustrie.

Bereits 1716 wurde die Kattunfabrik von Markgraf Wilhelm Friedrich von Ansbach gegründet. Bedeutung erlangte sie aber erst, als der Kaufmann Johann Heinrich Seiler diese von der Stadt übernahm. Mitte des 18. Jahrhunderts betrieb er bereits über vierzig Webstühle in seiner Manufaktur.

1766 nutzten die Gebrüder Stirner die Gelegenheit und kauften der Stadt das Gebäude und die zugehörige Fabrik ab. Besonders das soziale Engagement der Brüder hat bis heute seine Spuren hinterlassen. So richteten die Fabrikbesitzer 1767 im Schwabacher Schießhaus ein eigenes Arbeiterlokal ein und erbauten 1786 die Arbeiterhäuser direkt neben der Fabrik. 

Um 1800 arbeiteten bis zu 500 Menschen in der Fabrik, darunter von 1810 bis 1815 auch der später bekannte Fabrikant Johann Wilhelm Spaeth. Obwohl die Familie Stirner zu jener Zeit zu den reichsten Einwohnern in Schwabach zählte, lief das Unternehmen in der Folgezeit immer schlechter. 1823 musste schließlich Konkurs angemeldet und die Fabrik 1825 verlost werden, da sich auf normalen Weg kein Käufer mehr fand. 

So endete die Geschichte der Kattunfabrik Schwabach noch bevor die Industrielle Revolution in Bayern wirklich begann.


Für Entdecker

Schwabach steckt voller industriegeschichtlicher Sehenswürdigkeiten. Von den Goldschlägerwerkstätten über historische Brauereien bis hin zu alten Gebäuden, wie das Gaswerk. 

Es lohnt sich daher, einen ausführlichen Rundgang zwischen Kattunfabrik, Gaswerk und Stadtmuseum zu unternehmen. Deutlich näher und auch kürzer ist der Weg über die Nadelfabrik und den alten Bahnhof im Süden.


Anfahrt

navi kattun Sägegatter Gauchsdorf Oberfichtenmühle Gaswerk Schwabach Nadelfabrik Weglein

Adresse

Ehemalige Kattunfabrik Schwabach


Penzendorfer Straße 13 - 27
91126 Schwabach


Begehbarkeit

Der Außenbereich der gesamten Anlage ist jederzeit begehbar. Im Gebäude selbst sind der Albverein und ein Tanzstudio untergebracht und nicht öffentlich zugänglich.


Geschichtliches
1716 Gründung durch Markgraf Wilhelm Friedrich von Ansbach
18. Jh. Kauf der Stadt Schwabach und Verpachtung an Johann Heinrich Seiler
1766 Kauf durch die Gebrüder Stirner
1786 Bau der Arbeitersiedlung
1809 500 Mitarbeiter
1823 Konkurs der Kattunfabrik
1826 Verlosung der Fabrik