Gabriel Löwenstein

Rubrik: Staatsmann


Geboren: 07.11.1825

Gestorben: 1911

Kurzcharakteristik: Prägende Person der Sozialdemokratie in Franken

Gabriel Löwenstein wurde am 7. November 1825 im Fürth geboren und gilt als einer der Gründerväter der Sozialdemokratie bzw. deren Presse in Franken. Er wurde als Sohn einer aus armen Verhältnissen stammenden jüdischen Familie geboren und lernte in seiner Ausbildung das Weberhandwerk. Auf Grund seiner Herkunft und seiner Arbeitstätigkeit waren ihm die Nöte der werktätigen Bevölkerung nur zu gut bekannt. Bereits während der Revolution in den Jahren 1848 und 1849 war er aktiv am Geschehen beteiligt.
Ab den 1860er Jahren war Löwenstein Eigentümer einer Borstenfabrik in Fürth. Sein politisches und soziales Engagement war vielfältig aufgestellt. 1863 war er Mitglied im Arbeiterverein in Fürth, 1868 wurde er zum Vorsitzenden des Vereinstages Deutscher Arbeitervereine gewählt und war ebenfalls 1869 Mitbegründer des Fürther Bürgerbundes. Von 1869 bis 1871 war er Mitglied im Gemeindekollegium, von 1872 bis 1878 sozialdemokratischer Magistratsrat in Fürth - ein für Bayern bis dahin einmaliger Vorgang. Löwenstein war Mitgründer der Zeitung "Nürnberger-Fürther Sozialdemokrat", die später in die Fränkische Tagespost in Nürnberg überging. Dort war er nach Aufgabe seiner Firma von 1893 - 1907 als Redakteur tätig. Löwenstein war ein kontinuierlicher Teilnehmer an Parteitagen der SPD und politisch in seiner seit 1884 zur Heimat gewordenen Stadt Nürnberg sehr aktiv. Auf Grund des Sozialistengesetzes wurde er zu einer mehrmonatigen Haftstrafe verurteilt und zog nach deren Verbüßung zeitweise in die USA.
Nach seiner Rückkehr war er zwischen 1893 und 1905 Mitglied der zweiten Kammer des bayerischen Landtages. Gabriel Löwenstein starb 1911 in Nürnberg.

Von: c.w.




Untermenü: