Sigmund Schuckert

Rubrik: Unternehmer


Geboren: 18.10.1846

Gestorben: 17.09.1896

Kurzcharakteristik: Unternehmer und Techniker

Johann Sigmund Schuckert wurde am 18.10.1846 als Sohn eines Büttnermeisters in Nürnberg geboren. Statt in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, nahm er eine Lehrstelle als Mechaniker bei Friedrich Heller an. Auf Grund seines hohen Interesses an Technik und Naturwissenschaften beschäftigte er sich autodidaktisch mit Mathematik, Physik und Chemie und war stetig darauf bedacht sich Wissen von den Koryphäen technischer Innovationen anzueignen.

Von 1869 bis 1873 hielt er sich in Amerika auf und arbeitet dort unter anderem  in der Telegrafenfabrik von Thomas Edison. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland beschäftigte er sich mit der Reparatur amerikanischer Singer-Nähmaschinen. Er konnte damit von seinem in Amerika gewonnen Wissen profitieren. 1874 kontruierte er einen Dynamo nach Siemensschen Prinzip und erlangte dadurch erste Bekanntheit.

Ab 1875 wurden seine Maschinen durch einen günstigen Preis in Kombination mit solider Leistungsfähigkeit erfolgreich verkauft. Eine 1876 erteilte staatliche Subvention des bayerischen Königs sowie die 1878 installierte Beleuchtung im Schloss Linderhof waren weitere Meilensteine für den Erfolg von Schuckerts Unternehmen. 1882 wurde von Ihm in der Kaiserstrasse in Nürnberg die erste durchgängig betriebene elektrische Straßenbeleuchtung Deutschlands fertiggestellt.

Bis zu seinem krankheitsbedingten Ausscheiden aus seinem Unternehmen (Schuckert & Co) konnte es ein kontinuierliches Wachstum vorweisen. Sigmund Schuckert gilt als einer der Pioniere in der Industrialisierung Nürnbergs. Er war ein partriarchalischer Unternhmer, dem die Belange seiner Mitarbeiter und deren Familien sehr am Herzen lagen und setzte sich weit über das damals übliche Maß für diese ein. Die 1883 gegründete Kranken- und Pensionskasse, Weihnachtsgeld, Werkschulen, die Einführung eines 10 Stunden-Tages sowie die Sigmund-Schuckert Stiftung sind Beispiele seiner Wahrnehmung der sozialen Verantwortung.  Von Seinen Mitarbeitern wurde er dankbar als "Vater Schuckert" bezeichnet.  

Er starb 1895 in Wiesbaden und ist dort auf dem Nordfriedhof beigesetzt.

Von: c.w.

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